Sehnsucht nach Erfüllung
Erfüllung ergibt sich aus Erleben. Erleben können wir aber nur im Augenblick und im nächtlichen Traum. Beides sind die Öffnungen zur universellen Lebenskraft, die uns belebt. Verengen oder verschließen wir diese Tore, indem wir mit unseren Gedanken im Vergangenen hängen oder im Zukünftigen erwarten, werden wir schlapp und krank.
Daher beinhaltet ein sinnerfülltes Leben, die Entfaltung voller Lebendigkeit, eben Dasein im Hier und Jetzt. Verhindern wir dies aus Gewohnheit, Erziehung, Annahmen, Glaubenssätzen und sonstige Selbstbegrenzungen, verhindern für unsere ganz persönliche Sinnerfüllung, was Reue mit sich bringt, die spätestens am Ende unseres Lebens sehr schmerzlich hervorbricht.
Daher macht es Sinn, Lebenssinn, sofort sich dem Augenblick zuzuwenden.
In meiner Praxis und in vielen Gesprächen erlebte ich beispielsweise noch niemanden, der auf meine Frage, was er JETZT unbedingt noch machen würde, wenn er nur noch 24 Stunden Lebenszeit hätte, dar sagte, er würde noch Arbeiten gehen. Welche Gründe hauptsächlich bereut werden, wenn Leben kaum noch gelebt werden kann, sind in dem Buch der Australierin Bonnie Ware gut zusammengefasst und unten wiedergegeben.
Im Angesichts schwerer Erkrankungen bzw. des Todes wird bereut:
- "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben."
- "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet."
- "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken."
- "Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten."
- "ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein."
Darin findet der Mensch Sinnerfüllung, weder in Arbeits-, Konsum-, Herrschafts- noch Selbstaufopferungswahn. Sinnerfüllung ist immer unbedingt und unabhängig, ganz individuell. Niemand anderer kann mir die eigene Sinnerfüllung abnehmen (weder Partner, Kinder noch Gott), weil sie nur selbst erlebt werden kann.